Ein Schrägband wird zum Einfassen und Versäubern offener Stoffkanten verwendet. Dadurch fransen sie nicht mehr aus oder gestalte damit dein Nähprojekt mit einem farblichen Kontrast. Das Band wird schräg im 45° Winkel zum Webverlauf geschnitten. Dadurch ist es leicht elastisch und passt sich besonders gut an Rundungen an.
Wo werden Schrägbänder verwendet:
- Kleidung: Zum Einfassen von Halsausschnitte, Armausschnitten und Säumen.
- Heimtextilien: Zum Versäubern der Kanten an Decken, Kissen, Tischdecken und Gardinen.
- Taschen und Accessoires: Ein dekorativer und fester Abschluss für Kanten.
- Dekorative Details: Farblicher Kontrast für Nähprojekte.
Welche Stoffe sind für Schrägbänder geeignet:
- Der Klassiker sind Baumwollstoffe, welche gut für Anfänger geeignet sind und zum Einfassen bei festen Stoffen zum Einsatz kommen.
- Leinen ist ebenso eine gute Wahl.
- Satin bietet eine weichere, glänzendere Alternative und findet Verwendung bei leichteren Stoffen, wie auch oft bei der Gardinenanfertigung.
- Viskose und Polyester eignen sich ebenso für die Herstellung und sind in verschiedenen Qualitäten erhältlich.
- Ein Schrägband aus Jersey findet Anwendung zum Einfassen von Halsausschnitten bei einem Jersey-Shirt. Hierbei empfiehlt es sich, bei der Anfertigung den Stoff mit Bügelvlies oder Bügelstärke zu verfestigen. Somit wird das Einrollen der Schnittkanten verhindert.
Beachte!
- Dicke und Struktur und vermeide sehr dicke und stark strukturierte Stoffe.
- Dehnbarkeit - auch Stoffe ohne Elastizität werden durch den schrägen Schnitt leicht elastisch.
- Verarbeitungseigenschaften - dünne Stoffe, wie Seide oder Chiffon lassen sich meist schwerer verarbeiten.
Schrägbandformer
Ein manueller Schrägbandformer besteht meist aus Metall oder Kunststoff und ist in verschiedenen Breiten erhältlich., oft als Set.
Beliebige Größen für die fertige Schrägbandbreite sind 6 mm, 9 mm, 12 mm, 18 mm und 25 mm.
Vorteil:
Er ist eine kostengünstige Variante ein Schrägband herzustellen und selbst Nähanfänger erzielen damit gute Ergebnisse.
Nachteil:
Für sehr lange Schrägbänder kann die Herstellung sehr mühsam sein.
Weitere Werkzeuge für die Herstellung:
- Schere oder Rollschneider, Lineal und Schneidmatte
- Schneiderahle oder spitzer Gegenstand
- Bügeleisen
- Stoffklammern oder Stecknadeln
- optional Nähfuß für Schrägband
Wieviel Stoff benötige ich?
Das ist abhängig von der benötigten Menge Schrägband und deren Breite. Um ausreichend Stoff zu haben, sollte die Berechnung immer etwas großzügiger sein. Auch Stoffreste sind gut geeignet.
Aus einem Stoffstück von 80 x 80 cm erhält man ungefähr 5 m Schrägband.
- Beachte das beim Zusammensetzen der Stoffstreifen noch etwas Länge verloren geht.
- Umso kleiner das Stück Stoff, umso mehr müssen die Streifen zusammengesetzt werden.
Schrägband zuschneiden:
- Damit du einen guten Anhaltspunkt zum Schneiden des ersten Streifens hast, lege deinen Stoff im 45°-Grad-Winkel zum Webverlauf übereinander.
- Fixiere den Bruch leicht mit dem Bügeleisen.
- Teile an der Kante das Stoffstück mit einer Schere oder lege daran ein Lineal und trenne den Stoff mit dem Rollschneider.
Wie breit muss der Streifen geschnitten werden?
- Die Breite der Streifen richtet sich nach dem verwendeten Schrägbandformer.
- Der Stoffstreifen sollte die doppelte Breite vom Schrägbandformer haben. Du möchtest den Former 18 mm verwenden, dann schneide den Stoffstreifen 36 mm breit.
- Verwende ein Maßband oder Handmaß als Orientierungshilfe und schneide die Schrägstreifen auf deine Breite aus dem Stoff.
Bei Verwendung mit dem Rollschneider:
- Markiere dir einzelne Punkte auf den Stoff als Anlegehilfe für das Lineal und trenne die Streifen mit den Rollschneider nacheinander ab.
- Denke immer daran, die Schneidmatte unterzulegen.
Zusammensetzen der Stoffstreifen:
- Lege zwei Streifen im rechten Winkel und mit der schönen Seite (also rechts auf rechts) übereinander, stecke sie fest und nähe beide Streifen zusammen. Verriegle stets am Anfang und zum Schluss die Naht.
- Die Nahtzugabe sollte ungefähr 5 mm betragen. Schneide überstehenden Stoff oder Ecken mit der Schere ab.
- Bügel anschließend die Naht breit.
Stoff einführen in den Schrägbandformer:
- Schneide den Stoffstreifen spitz zu.
- Führe den Stoff mit Hilfe einer Schneiderahle oder einer spitzen Schere in den Former ein.
- Ziehe den Streifen gleichmäßig raus. Durch ziehen an beiden Seiten, kann der Stoffstreifen anfangs in seine richtige Position gerückt werden.
- Ziehe den Stoff nach und nach durch den Former und bügle das gefaltete Band in seine Form.
Schrägband annähen:
- Falte das Schrägband mittig zusammen und schiebe die Stoffkante ein. Stecke dein Band zur Hilfe mit Nadeln oder Klammern fest.
- Nähe knapp an der Kante das Schrägband an. Achte darauf, dass Ober- und Unterkante vom Schrägband stets mit der Naht gefasst werden.
- Leichter geht es, wenn das Schrägband mit einem Zickzack-Stich angenäht wird (siehe Beitrag: TIPP). Achte darauf den Nähfuß für Zickzack-Stich (Universalfuß) zu verwenden.
Schrägband annähen mit Nähfuß für Einfassband:
- Stelle die entsprechende Breite an der Führung für das Schrägband am Nähfuß ein.
- Führe das Schrägband mit Hilfe einer Schneiderahle oder einer spitzen Schere in die Vorrichtung ein.
- Nun kann der Stoff in das Schrägband eingelegt werden und wird mit Hilfe der Führung angenäht.
→ Bei Verwendung von diesem Spezialnähfuß ist etwas Übung notwendig. Probiere erst an einem Übungsstück, wie das Schrägband optimal eingeführt wird. Empfehlenswert ist diese Vorgehensweise meist nur für lange Einfassbänder.
Bei dünnen Stoffen können schmale Schrägbänder verwendet werden. Bei einem Topflappen mit mehreren Lagen, wähle jedoch zum Einfassen ein breiteres Band.
Je dicker die Stoffkante, desto breiter sollte das Schrägband sein!
TIPP:
Jede Näharbeit benötigt eine gewisse Technik und Übung. Abhängig vom Material, kann das Ergebnis manchmal nicht zufriedenstellend sein. Es gibt natürlich noch andere Möglichkeiten zum Annähen eines Schrägbandes, die bei sehr weichen Material oder Nähanfänger*innen zum schöneren Ergebnis führen.
Dafür falte dein Schrägband auf und nähe auf einer der inneren Bruchkante das Band auf dem Stoff fest (1.). Anschließend falte das Schrägband zusammen und nähe von außen die andere Seite an (2.).
Ebenfalls kann das Schrägband mit einen Zickzack-Stich angenäht werden (3.).
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